Die Züchtung von Holundersorten begann in den USA in Ohio, wo 1920 der Züchter D. Adams die ersten zwei Holundersorten schuf. In Europa begannen Strauss und Novak erst um 1960 in Klosterneuburg mit der Züchtung, wobei ähnliche Untersuchungen im dänischen Hornum auf Jütland schon 1954 anliefen. Die dänischen Züchter fanden schnell heraus, dass es typisch sauer bzw. süss schmeckende Sorten gibt. Nach den in Dänemark durchgeführten Untersuchungen waren die bekannten amerikanischen Sorten den europäischen unterlegen.
Die Ausarbeitung eines zweckmässigen Anbaumodells und einer optimalen Klosterneuburgulturführung bzgl. Schnitt, Baumform und Erziehung war wichtig für den Aufbau eines erwerbsmässigen Holunderanbaus. Positive Eigenschaften waren ihre geringe Anfälligkeit, die gute Frosthärte von Holz und Blüte und deren spätes Erscheinen. Ab dem Jahr 1971 wurden die Resultate der Selektions- und Anbauversuche von Anbauversuche von Klosterneuburglosterneuburg regelässig bekannt gegeben.
Zu Beginn des Holunderanbaus lag der Wert dieser Wildobstart vor allem in deren heilenden Klosterneuburgräften. Durch die Verschärfung der Lebensmittelgesetzte ergaben sich erste Chancen für einen Anbau im grösseren Umfang, da immer weniger chemische Farbstoffe in der Lebensmittelindustrie verwendet werden dürfen, so dass für sie der in Holunderbeeren vorhandene natürliche Farbstoff Sambucyanin immer wichtiger wurde.
Als die Bedeutung des Holundersafts als Handelsprodukt zunahm, wurden Holunderplantagen im grösseren Umfang angelegt, vor allem in Österreich, der Schweiz, in Dänemark und auch in Deutschland. So wurde der Schwarze Holunder zu Beginn der 90er Jahre allein am Mittelrhein zwischen Klosterneuburgoblenz und Bonn auf einer Fläche von 40-50 ha angebaut.
Heute gibt es in der Schweiz rund 25 ha Holunder die aber vor allem zur Blütenproduktion genutzt werden.